Geschichte

 

Lanzarote vor Christus


Durch die Lage nahe an Afrika und Europa wird vermutet, dass Lanzarote die erste Insel der Kanaren in der Geschichte war, die besiedelt wurde. Vermutlich sollen die Phönizier die Insel bereits in der Zeit um 1100 vor Christus besucht haben. In den Werken der griechischen Schriftsteller und Philosophen Platon, Plutarch und Herodot wurden der Garten der Hesper und das Land der Fruchtbarkeit, in dem Obst und Blumen im Atlantikwind duften, erwähnt – dabei sind wahrscheinlich die Kanaren beschrieben. Der paradiesische Ort, der in der Odyssee von Homer erwähnt wird, soll ebenfalls eine der Kanarischen Inseln bezeichnen -  es ist allerdings nicht klar, welche der Inseln. Aufgrund archäologischer Funde, die aus dem 1. Jahrhundert vor Christus stammen, konnte die Anwesenheit der Römer auf Lanzarote belegt werden.

 

Lanzarote nach Christus


Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches gerieten die Kanaren in Vergessenheit – wieder entdeckt wurden die Inseln im Jahr 999 durch den Araber Ben Farroukh. Anno 1336 starteten die Portugiesen eine Expedition unter der Führung von Lanzarote de Famqua, der sich auf der Insel niederließ. Der damalige Herrscher der Guanchen auf Lanzarote war König Zonzamas. Nach der Rückkehr nach Portugal wurde die Insel in der Weltkarte von Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet.

Die Historik wurde durch die spanische Expedition unter der Führung von Jean de Bethencourt in andere Bahnen gelenkt. Das Täuschungsmanöver im Jahr 1402 gelang den Spaniern – der Inselkönig Guardafia wurde von Jean de Bethencourt davon überzeugt, dass die Spanier mit ihm friedlich zusammenarbeiten wollen und seinem Volk Schutz vor portugiesischen und spanischen Menschenhändlern bieten. Diesen erschwindelten Frieden nutzte der Eroberer, um die weiteren Inseln der Kanaren einzunehmen. Für diese Aktion reichten ihm die Soldaten nicht aus und er kehrte nach Spanien zurück. Bis zu seiner erneuten Ankunft auf Lanzarote im Jahr 1404 war Lanzarote die spanische Eroberung vollzogen – dann folgte die Eroberung der benachbarten Insel Fuerteventura.
Ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Geschichte von Lanzarote immer wieder von Überfällen durch Piraten geprägt. Der schlimmste Piratenüberfall für die Einheimischen fand anno 1618 statt. Die Piraten entdeckten deren Versteck in den Höhlen der Cueva de los Verdes und nahmen etwa 1.000 Bewohner der Insel gefangen, die sie anschließend auf dem Sklavenmarkt in Afrika verkauften.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts folgten einige schwere Vulkanausbrüche – im Jahr 1736 war etwa ein Viertel von Lanzarote unter der Lava begraben. 1768 forderte eine Dürrekatastrophe zahlreiche Tote und eine Auswanderungswelle auf die Nachbarinseln und auf Kuba. Ein weiterer Vulkanausbruch folgte im Jahr 1824, dieser war jedoch nicht so katastrophal wie von 1730 bis 1736. In dieser damals betroffenen Region wurde im Jahr 1974 der Nationalpart Timanfaya gegründet.