Landschaft

 

Lanzarote ist wie die anderen Kanaren vulkanischen Ursprungs. Vor etwa 36 Millionen Jahren wurde durch mehrere unterseeische Vulkanausbrüche der Sockel der Insel gebildet. Anhand der Kalium-Argon-Datierung konnten Forscher die Entstehung der Oberfläche durch vier vulkanische Hauptphasen nachweisen.

Lanzarote wird von zwei Gebirgszügen durchzogen. Das Famara-Massiv liegt im Norden der Insel – zu diesem gehört der höchste Berg Lanzarotes mit 671 Metern – der Penas del Chache. An der Westküste in dieser Region fallen die Berge steil ins Meer und bilden einen atemberaubenden Anblick. Von zahlreichen Aussichtspunkten, die Mirador genannt werden, bietet sich den Urlaubern von der Straße auf den Bergen ein herrlicher Ausblick über die Insel und die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Die Sandwüste El Jable südlich des Famara-Massivs bildet die Abtrennung von den Feuerbergen im Nationalpark Timanfaya im Süden der Insel. Kaum eine andere Region ermöglicht ein hautnahes Erlebnis eines Vulkangebietes wie dieser beeindruckende Nationalpark. Die Feuerberge verändern ihre Farben – je nach Sonneneinstrahlung und Temperatur – von feuerrot bis hin zu tiefschwarz. Endlose Lavafelder erinnern an eine faszinierende Mondlandschaft.
Der Gebirgszug im Süden, der Los Ajaches ist der älteste Bergzug der Insel und erreicht eine Höhe von 608 Metern.
Für Taucher hat Lanzarote eine einzigartige Besonderheit zu bieten – hier befindet sich der längste Unterwasser-Vulkantunnel weltweit.
Lanzarote und seine einzigartige Landschaft ist die erste Insel, die komplett zum Biosphärenreservat der UNESCO ernannt wurde.

 

Geographie


Vom Norden – Punta Fariones – bis in den Süden – Punta Pechiguera – misst Lanzarote etwa 58 km. Die breiteste Stelle der Ost-West-Ausdehnung von Lanzarote misst etwa 35 km. Die Nachbarinsel Fuerteventura liegt in südlicher Richtung knappe 12 km entfernt.
Im Norden von Lanzarote liegt in nur einem Kilometer Entfernung der Chinijo-Archipel, zu dem die kleinen Inseln La Graciosa, Alegranza, Montana Clara, Roque del Este und Roque del Oeste gehören.
Vom spanischen Festland ist Lanzarote etwa 1.000 km entfernt – von Afrika dagegen nur 100 km. Die Nähe zur Sahara ermöglicht das Wetterphänomen Calima.


Flora


Die Flora ist im Süden wegen der geringen Niederschläge ziemlich karg. Unter diesen extremen Bedingungen können lediglich wasserspeichernde Pflanzen – so genannte Sukkulente – und Pflanzen, die gegen Trockenheit resistent sind sowie Salzpflanzen gedeihen. Von diesen besonderen Pflanzenarten existieren auf Lanzarote etwa 570 verschieden Sorten. 13 Pflanzenarten sind endemisch auf Lanzarote – 55 Arten von Pflanzen sind endemisch auf den Kanaren und kommen nur dort vor.
Im Norden, der etwas feuchter ist, wächst die Kanarische Dattelpalme und die Kanarische Kiefer sowie unterschiedliche Arten an Farnen. Im Februar und März erstrahlt die Landschaft im Norden von Lanzarote aufgrund der regenreicheren Wintermonate in einer bunten Blütenpracht.


Fauna


Die Tierwelt kann mit noch weniger Arten aufwarten als die schon karge Fauna. Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das nicht mit den Menschen auf die Insel Lanzarote kam. Die schon zu frühen Zeiten auf die Insel gebrachten Dromedare wurden damals als Arbeits- und Lasttiere genutzt – heute finden Dromedare im Tourismus ihren Einsatz – zum Beispiel bei Kamelsafaris.
Die Vogelwelt bietet unter ihren etwa 35 Arten den Naturliebhabern den Anblick des sehr seltenen Eleonorenfalken neben Fischadlern und Wanderfalken. Die Gallotia atlantica ist eine endemische Eidechsenart auf Lanzarote und ist vorwiegend im Norden der Insel anzutreffen. Eine Besonderheit der Natur ist der kleine Albinokrebs Remipedia. Dieser kommt normalerweise nur in Wassertiefen von mehreren tausend Metern vor – auf Lanzarote kann dieser in der unterirdischen Lagune von Jameos del Agua beobachtet werden. Vermutlich wurde der kleine Krebs in der Vergangenheit bei Vulkanausbrüchen in diese Höhle gespült und hat es geschafft, in dem neuen, ungewohnten Lebensraum zu überleben.
Im Gegensatz zu der Artenarmut der Fauna auf Lanzarote beeindruckt die Unterwasserwelt des Atlantiks vor der Insel mit einer atemberaubenden Vielfalt, die beim Tauchen oder Schnorcheln bewundert werden kann. Tintenfisch, Thunfische, Seesterne und verschiedenste Schnecken können bei Tauchgängen in ihrem Lebensraum beobachtet werden.


Küste


Die Insel Lanzarote hat eine Küste mit einer Länge von insgesamt etwa 213 km. 10 km davon bestehen aus Sandstrand und etwa 16,5 km aus Kiesstrand – der restliche Teil der Küste besteht aus Felsen. Lanzarote begeistert die Sonnenanbeter und Badeurlauber mit herrlichen Stränden. Die meisten der Strände sind aufgrund der Ausbrüche der Vulkane in früheren Zeiten mit dunklem Sand bedeckt – teilweise sind die Strände fast schwarz. In den beliebten Touristenorten wurde oftmals hellerer Sand aufgeschüttet, um den Urlaubern helle Sandstrände zu bieten.