Nationalpark Timanfaya


Der Timanfaya Nationalpark liegt im Süden der Kanareninsel Lanzarote und erstreckt sich von Yaiza bis Tinajo. Die Besucher können dort eine einzigartige Vulkanlandschaft erkunden, die mit steilen Hängen der Vulkankegel, faszinierenden und bizarren Lavaformationen sowie riesigen Kraterlöchern beeindruckt. Timanfaya Lanzarote wirkt wie eine Mondlandschaft mit einer einzigartigen Atmosphäre. Die einzelnen Elemente, die sich durch die Vulkanausbrüche gebildet und formatiert haben, bieten ein phantastisches Zusammenspiel verschiedenster Farben. Besichtigungen und Touren durch den Nationalpark sind nur mit Führung möglich – private Fahrzeuge sind auf dem Gelände nicht erlaubt.

 

 

Der Nationalpark Timanfaya wird häufig auch Montanas del Fuego genannt, was Feuerberge bedeutet. Bereits seit 1974 gilt diese faszinierende Region als Nationalpark Spaniens. Etwa drei Viertel der gesamten Inselfläche wird von Lava bedeckt, die Vulkane bei einem Vulkanausbruch aus über 300 Kratern der etwa 100 Vulkane heraus schleuderten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts – von 1730 bis 1736 – entstanden in dem Gebiet des heutigen Nationalparks Timanfaya etwa 32 Vulkankegel. Die unzähligen Vulkanausbrüche in dem langen Zeitraum waren die bedeutendsten in der Geschichte des Vulkanismus. Neben den Ausbrüchen auf dem Land der Insel folgten zahlreiche Seebeben. Der Lavafluss wurden laut Glauben der Einheimischen von der Virgen de los Volcanes anno 1736 am Montana de Guiguan gestoppt, sodass die umliegenden Dörfer verschont blieben. Im Jahr 1781 wurde von den gläubigen Einwohnern zum Dank die kleine Kapelle Nuestra Senora de los Volcanos in Mancha Blancas fertiggestellt. Bei den Ausbrüchen wurde der damals fruchtbarste Teil der Insel und insgesamt etwa 420 Häuser zerstört. Zahlreiche Dörfer, kleine Ortschaften oder einzelne Gehöfte existierten nach den Naturkatastrophen nicht mehr.

Zum Nationalpark führen gut ausgebaute, asphaltierte Straßen. Im Nationalpark folgt eine Rundfahrt mit 14 km Länge, die nur mit dem Bus unternommen werden. Der Montana Rajada mit einer Höhe von 350 m ermöglicht den Besuchern einen herrlichen Ausblick über das Areal des Nationalparks.

Eindrucksvoll ist die Demonstration der Parkverwaltung im Hinblick auf die hohe Temperatur des Erdbodens. Trockenes Geäst, das in ein Loch im Boden gesteckt wird, geht umgehend in Flammen auf. Die Temperatur in nur wenigen Metern unterhalb der Erdoberfläche beträgt bereits über 400°C. Dies wird bei einer weiteren Demonstration deutlich, bei der Wasser in Rohr, das senkrecht in den Boden eingelassen ist, gegossen wird – dieses schießt sofort explosionsartig in einer Dampffontäne empor. Westlich vom Hauptkrater des Feuerbergs Montana del Fuego liegt die Temperatur in einer Tiefe von 27 Metern bei etwa 700°C.
Das runde Restaurant El Diablo – der Teufel – wurde dort von Cesar Manrique errichtet und ist mit der Kochstelle über einem heißen Erdloch eine einzigartige Attraktion.